Unternehmen und Arbeit 2.0

„Ab in die Wolke“ – Arbeiten in der Cloud

Unabhängig von Zeit und Ort arbeiten und ständig mit seinen Kollegen vernetzt sein – dies machen Clouddienste möglich. Sie speichern Daten auf Servern ab und dienen als virtuelle Festplatten, sodass mehrere Menschen, an verschiedenen Orten mit denselben Dokumenten arbeiten können. Als virtuelle Datenwolke kann dabei ein unternehmenseigenes Rechenzentrum oder ein externer Anbieter dienen.

Clouddienste gewinnen in der heutigen Arbeitswelt immer mehr an Bedeutung. Laut einer Studie im Auftrag des Telefonanbieters Telekom, welche im Mai 2013 durchgeführt wurde, rechnen 81 % der IT-Manager, dass sich das Arbeiten in der Cloud zukünftig etablieren wird. Für die Befragung wurden 2.002 Webinterviews mit Internetnutzern in Deutschland durchgeführt. Die Studie zeigt außerdem einen deutlichen Trend zum dezentralisierten Arbeiten und dem Einsatz von mobilen Endgeräten in diesen Zusammenhang auf. Als ein eher negativer Trend ist die zunehmende Verschmelzung von Arbeit- und Privatleben, welche nicht zuletzt auch durch das Arbeiten in der Cloud begünstigt wird.

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Quelle: http://www.studie-life.de/life-reports/ab-in-die-wolke/wolkig-bis-heiter-cloudnutzung-etabliert-sich-mehr-und-mehr/

Doch das Arbeiten in der Cloud bietet auch viele Vorteile. So ermöglicht sie durch die örtliche und zeitliche Flexibilität einen verbesserten Zugang zu Daten auf allen Endgeräten, egal ob Laptop, Smartphone oder Tablet. Sie erlaubt ein besseres Zusammenarbeiten, weil Daten leicht geteilt und ausgetauscht werden können. Durch diesen verbesserten Informationsfluss wird die Kommunikation und Kooperation von Mitarbeiten und Unternehmen deutlich effizienter. Nicht zu Letzt ist der Cloud-Speicher meist kostengünstiger, weil an der Hardware gespart wird und Online-Speicher flexibel ab oder hinzugebucht werden kann.

Besonders für Freiberufler bieten sich dadurch neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt, da Projekte durch die vereinfachte Datenübertragung ortsunabhängig umgesetzt werden können. Durch die Inhouse Lösung ist der Freiberufler an keinen Arbeitsplatz gebunden.

Externe Clouddienste sollten im Businessbereich jedoch mit Bedacht gewählt werden. Selbst seriöse Anbieter wie die Dropbox, sind vor Hackerangriffen nicht sicher. So bestätigte der Anbieter Dropbox im Jahr 2012 offiziell einem Hackerangriff zum Opfer gefallen zu sein, bei dem die E-mail-Adressen privater Nutzer ausgespäht und mit Spam Mail überflutet wurden.

Datenschutz ist in Verbindung mit Cloudanbietern ein zentrales Thema. Bei der Auswahl sollte das Unternehmen die AGB gründlich überprüfen: Welche Datenschutzmaßnahmen gibt es? Wer haftet im Falle von Datenverlust? Werden regelmäßige Backups durchgeführt? Besonders bei ausländischen Anbietern sind die geltenden Regelungen und Landesgesetze zu beachten, welche sich unter Umständen von den EU-Rechten unterscheiden können.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Anbietern. Zu den populärsten gehören unter anderem der amerikanische Anbieter Dropbox, der Google Clouddienst Google Drive und der Clouddienst der Deutschen Telekom.

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In der Dropbox können Dateien online hochgeladen/runtergeladen und auf dem PC gespeichert werden. Auch auf mobilen Endgeräten kann die Dropbox über eine App installiert werden. Per Drag and Drop werden die Dateien in Ordnerstrukturen abgespeichert und synchronisieren anschließend auf allen Geräten. So sind die Daten jederzeit und überall verfügbar. Gleichzeitiges arbeiten an einer Datei ist aber nicht möglich, dann besteht die Gefahr, dass die jeweiligen Dateiversionen sich überschreiben.

Google_Drive_Logo_lrg-580x461Google Drive
Google Drive funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie die Dropbox, jedoch wird hier das gemeinsame und gleichzeitige Arbeiten an Dokumenten online ermöglicht. Google Drive bietet viele zusätzliche Features, wie das Anlegen von Dokumenten, Excel Tabellen oder Präsentationen (ähnlich wie MS Office). Alle Dokumente können online freigegeben, geteilt und mit Anmerkungen versehen werden. Teilnehmer, die sich gerade ein Dokument anschauen, können außerdem per Live-Chat angesprochen werden.

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Der Clouddienst des bekannten Telefonanbieters stellt ganze 25 GB kostenlos zur Verfügung (auch für nicht Telekom Kunden). Wie alle anderen genannten Dienste bietet auch Telekom Cloud ein kostenpflichtiges Modell. Ein großer Vorteil von Telekom Cloud ist jedoch, dass die Server in Deutschland liegen und somit auch die hier geltenden Datenschutzgesetze greifen.

 

Quellen und weiterführende Informationen:

http://www.exali.de/Info-Base/cloud-working-risiken-chancen
http://www.studie-life.de/life-reports/ab-in-die-wolke/methodik-und-impressum/
http://meedia.de/job-karriere/tipps-fuer-das-arbeiten-in-der-cloud/2012/04/25.html
http://www.gentoo-cn.org/software/sicherheit-beim-arbeiten-in-der-cloud-das-sollten-sie-wissen/
http://www.connect.de/ratgeber/marktuebersicht-26-cloudspeicher-im-vergleich-1469235.html
http://t3n.de/news/dropbox-gehackt-unachtsamkeit-405465/

3 Gedanken zu “Unternehmen und Arbeit 2.0

  1. Vielen Dank für diesen informativen Artikel. Ich bin selbst auch immer skeptisch, welchem Cloud-Dienst man seine Daten anvertrauen kann. Speziell die Dropbox ist beim Arbeiten mit Kommilitonen kaum noch wegzudenken. Totzdem stellt man sich immer wieder die Frage: Weiß ich wirklich, was die Betreiber mit meinen Daten machen? Sind Bildrechte noch bei mir, wenn ich Fotos einmal hochgeladen habe?

  2. Auch ich könnte ohne die Nutzung von Dropbox und Co. kaum noch alle meine Endgeräte synchron halten. In der Uni nutze ich den Laptop, möchte die Unterlagen aber zu Hause am Desktop-PC weiter verarbeiten. Da ist der Cloud-Dienst auf jeden Fall die bequemste Lösung. Die Datenschutz- und Sicherheitsaspekte habe ich dabei bisher zugegebenermaßen zwangsläufig ausgeblendet.

    Für die Zukunft will ich aber meine eigene, private Cloud einrichten, was mit dem Programm „ownCloud“ (http://de.wikipedia.org/wiki/OwnCloud) und einem entsprechendem Server recht einfach sein soll. Damit wären meine Daten in meiner Wohnung gelagert und somit für NSA und Co. zumindest bei entsprechender Konfiguration schwerer zugänglich, als wenn ich sie ihnen Frei Haus auf die US-Server liefern würde. Auch die Frage bezüglich der Verwendungs- und Weiterverwertungsrechte wäre damit geklärt.

    Mit einem Raspberry Pi-MiniPC (http://de.wikipedia.org/wiki/Raspberry_Pi), der entsprechenden Software und einer vernünftigen, stabilen Internetleitung ist das Einrichten der „ownCloud“ somit für mich auf jeden Fall die beste und auch eine günstige Lösung. Tutorials gibt es dazu zahlreiche im Netz.

    Nachteil der Sache ist allerdings, dass, im Gegensatz zu einer Plattform wie Dropbox, nicht alle Endgeräte einfach und bequem eingebunden werden können. Somit ist die private Cloud nicht für jedermann von Nutzen.

    Sicherheit vs. Bequemlichkeit – Entscheiden muss jeder selber.

  3. Hallo, auch ich benutze Dropbox für Uni und Arbeit.
    Kommt man erst ein mal in den Genuss alle seine Daten auf jedem Gerät synchron zu halten, möchte man dies nicht mehr missen.

    Datenschutz und Sicherheitsaspekte versuche ich stets auszublenden.

    Die neusten Entwicklungen im NSA/PRISM Fall lassen haben mich allerdings dazu veranlasst mir mal ownCloud anzuschauen. Ich besitze eine VPS und habe den Cloud Dienst kurzer Hand auf meinem Server installiert. Der Speicherplatz ist nun nur durch die Festplattenkapazität begrenzt. Ich habe ein besseres Gefühl, da ich nun genau weiß, wo meine Daten liegen. Allerdings bin ich von dem Sychronisierungsclient nicht so sehr überzeugt. Da gefällt mir der Dropbox Client doch besser.

    Man kann nur auf neue Updates hoffen.

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